Filmische Visualisierung eines schizophrenen Wahns

Im Kurzfilm SUCCEED – CHANGING IRREALITY entdeckt der junge Anwalt und Energydrink-Fan Eugene Vicary eine unzulässige, unterschwellige Werbemethode, welche die Marke SUCCEED zum erfolgreichsten Energydrink der Welt gemacht hat. Eugenes Umfeld nimmt allerdings die vermeintlich brisante Entdeckung nicht wahr. Trotzdem ist der junge Anwalt überzeugt, dass er und alle andern, durch aufblitzende Werbebilder unbewusst zum Konsum des Energydrinks verführt werden.

Die Geschichte stellt eine mögliche Variante eines psychotischen, schizophrenen Schubs dar. Wer die Schizophrenie kennt, kann diverse Symptome der Krankheit in Eugenes Verhalten erkennen. Beispielsweise gewichtet er kleine, belanglose Details viel zu stark, so dass diese zu Entscheidungsträgern werden. Oder er bezieht Dinge wie ein Helikoptergeräusch auf sich, obwohl diese nichts mit ihm zu tun haben. In einem zunehmendem Strudel von Gedanken setzt er seine Wahrnehmungen in einen Zusammenhang, was für Aussenstehende zu komplett irrationalen Taten und Reaktionen führt.

Auf das Krankheitsbild „Schizophrenie“ wird während des Filmes nie explizit hingewiesen. Für Personen, die kein Wissen über diese Erkrankung haben, bleibt es somit offen, ob Eugene tatsächlich etwas Bahnbrechendes entdeckt hat oder ob er psychisch krank ist. Sieht man sich den Film mehrmals an, geht das Spiel mit der Wahrnehmung über diese gewöhnliche Filmerfahrung des offenen Endes hinaus. Der Film verändert sich jedes mal, wenn man ihn abspielt. Die Veränderungen kommen nicht nur dadurch zustande, dass man den Film schon kennt und darum mehr Details sieht. Es gibt tatsächlich neue Szenen. Somit kann sich der Zuschauer selbst über seine Wahrnehmung Gedanken machen. Wie ist das Erinnerungsvermögen? Erkenne ich die Veränderungen? Oder erkenne ich sogar Szenen als verändernd obwohl sie es gar nicht sind?

Das Wissen über die Schizophrenie, welches in das Drehbuch einfloss, stammt aus Gesprächen mit Angehörigen, Betroffenen und Therapeuten sowie durch das lesen von Biografien und online Foren. Dazu wurde die Crew bei den der Entwickung des Drehbuchs und während dem Schnitt durch den Chefarzt einer psychiatrischen Klinik unterstützt.

Seit Anfang Januar 2018 ist der Kurzfilm fertig und kann auf folgender Seite angesehen werden: www.succeedshortfilm.com

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